16 Filme von Studierenden, Alumnae* und Lehrenden der HFF München werden bei den 60. Internationalen Hofer Filmtagen gezeigt / Hofer Filmtage laufen vom 20. bis 25. Oktober / Deutschsprachiger Film im Mittelpunkt / Masterclass mit HFF-Alumna Anca Miruna Lăzărescu
München, 14. Oktober 2026 – Im Programm der 60. Internationalen Hofer Filmtage laufen 16 ilme von Studierenden und Alumnae der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Der Kurzfilm CHÉRI ON TOP läuft vor dem Eröffnungsfilm der Hofer Filmtage 2026. HFF-Alumna Anca Miruna Lăzărescu gibt passend zu ihrem Film CARPE DIEM eine Masterclass am 22. Oktober zum Thema: Zwischen Handschrift und Algorithmus – Wie viel KI verträgt ein Film?
Im Langfilmwettbewerb:
FAKE IT TILL YOU BREAK SHIT (Spielfilm, 83min.)
HFF-Team: Natascha Zink (Drehbuch, Regie), Timo Baer (Drehbuch), Schmidbauer-Film GmbH & Co. KG (Produktion), Fabian Krebs (Schnitt), Theresa Maué (Kamera)
Synopsis: Jeanie lebt aus ihrem Auto und klammert sich an das Versprechen ihres Network-Marketing-Unternehmens Breakthrough: Wenn sie nur genug verkauft und neue Mitglieder für ihre Downline gewinnt, wird sie endlich erfolgreich. Als sie überraschend zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemaligen Schulfreundin eingeladen wird, schmiedet sie den Plan, den Frauen dort ihre Produkte anzudrehen. Hinter der Fassade der erfolgreichen Businessfrau preist Jeanie vor Priska, Elif und ihrer Jugendliebe Ronja Proteinshakes, Cremes und sich selbst an. Dabei kommt sie den Frauen näher und genießt es, wieder Teil der Gruppe zu sein. Als ihr Unternehmen durch einen öffentlichen Skandal ins Wanken gerät, muss sie sich entscheiden, was ihr wichtiger ist: das Versprechen vom Erfolg oder echte Zugehörigkeit.
Im Kurzfilmwettbewerb:
5000 CREDITS (Dokumentarfilm, 17min)
HFF-Team: Mascha Ryszkiewicz (Regie), Emil Schultheiss (Kamera), Giorgi Khundadze (Produktion)
Synopsis: Gerhard ist 73 Jahre alt und versucht, online eine junge Freundin aus Osteuropa zu finden. Als Zweifel an der Seriosität der von ihm genutzten Dating-Plattform aufkommen, wendet er sich hilfesuchend an seine 23-jährige Mieterin Mascha. Auf der Suche nach der Wahrheit stellt sich eine noch schwierigere Frage: Ist Gerhard bereit, die Illusion von Liebe im Netz aufzugeben?
ALPHA ALICE (Spielfilm, 23min.)
HFF-Team: Olivia Nigl (Drehbuch, Regie), Mirko Hans (Kamera), Raffaela Kraus, Pauline Kröger u.a. (Produktion), Rebecca Issing (Schnitt)
Synopsis: Alice findet für ihr Psychologiestudium in München keine Wohnung. Aus Not geht sie auf das Angebot eines Mannes ein, der sich von seiner Mitbewohnerin als Sklave behandeln lassen will. Privat ist Alice eher schüchtern, aber in ihrer neuen Rolle lernt sie, Kontrolle zu übernehmen. Nicht nur über ihren Mitbewohner Olaf, sondern auch über ihr eigenes Leben. Zwischen Alice und Sklave Olaf entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die beiden die Sicherheit gibt, nach der sie gesucht haben.
BLÖDE KUH (Spielfilm, 19min.)
HFF-Team: Theresa Rehe (Drehbuch, Regie, Produktion, Schnitt), Marie Wald (Kamera), Amelie Rahn (Produktion), Amelie Leclere (Schnitt), Matilda Mokina (Ton)
Synopsis: Auf einer einsamen Bergalm versucht Nina auf dem schmalen Grat zwischen Zuwendungsbedürfnis und vorpubertären Befreiungsschlägen ihrer Tochter Jana zu balancieren und ihr neue Freiheiten zu geben, ohne die Verbindung zu ihr zu verlieren. In einem Alltag ohne unseren gewohnten Komfort treten die Spannungen zwischen Mutter und Tochter und das Schwanken zwischen Nähe und Freiheitsbedürfnis deutlich hervor.
CHÉRI ON TOP (Spielfilm, 10min.)
HFF-Team: Liselotte Séchet (Drehbuch, Regie, Schnitt), Lisa Hartmann, Hannes Winkler (Drehbuch), Paul Strand (Kamera), Amelie Rahn, Jan Gustke (Produktion),
Synopsis: Rebecca erzählt von dem katastrophalen Nachmittag, den sie gerade erlebt hat. Sie hatte die perfekte Gender-Reveal-Party für ihre schwangere Freundin Daphne geplant. Doch Lennart, der werdende Vater, benimmt sich selbst wie ein Kind. Sein Verhalten löst eine wilde Kettenreaktion aus, die den eigentlich schönen Nachmittag in einen Albtraum verwandelt.
CHÉRI ON TOP ist einer der Eröffnungsfilme der Hofer Filmtage 2026.
GABRIEL EMPFINDET LUST (Spielfilm, 10min.)
HFF-Team: Felix Hertneck (Drehbuch, Regie, Schnitt), Ali Kneer (Drehbuch), Paul Strand (Kamera), Jan Gustke, Juliane Bentz (Produktion)
Synopsis: Als ein junger Messdiener bei einer Fußwaschung auf den Teufel trifft, muss er sich mit der vermeintlichen Unvereinbarkeit seiner nicht-normativen Sexualität und seines Glaubens auseinandersetzen. In beidem laufen Hingabe, Dominanz, Ekstase und Scham nebeneinander, und es geht um das Bedürfnis nach Nähe und Angenommensein.
DAS INSTITUT FÜR KURZFRISTIGE WIEDERBELEBUNG ZUR AUFKLÄRUNG UNGEKLÄRTER ERBSCHAFTSANGELEGENHEITEN (Spielfilm, 15min)
HFF-Team: Derik Rodrigues (Drehbuch, Regie, Schnitt), Michael Schwärzler (Drehbuch), Jonas Louis Meyer (Kamera), Konstantin Holzner (Produktion),
Synopsis: Sterben ist eigentlich eine klare Angelegenheit. Es sei denn, das Testament beinhaltet Formfehler. In diesem Fall kommt das Institut für kurzfristige Wiederbelebung zur Aufklärung ungeklärter Erbschaftsangelegenheiten ins Spiel. Doch als plötzlich die Schwester des Wortführers Dr. Kopalski auf dem Stuhl sitzt, muss er sich entscheiden: Das Institut oder seine Schwester? Leben oder Tod?
LIVING TRACES (Spielfilm, 14min.)
HFF-Team: Anna Maria Ebert (Drehbuch, Regie, Schnitt), Luisa Nöllke (Drehbuch), Frederike Glemser (Kamera), Helena Bublak (Produktion),
Synopsis: Gleißende Sonne, dichte Felder. Die Tage der Saisonarbeit sind lang und wortkarg. Alex hält sich mit einem Trick über Wasser, bis eine neue Kollegin ihn durchschaut. Aus stiller Komplizenschaft wird unerwartete Nähe.
PELLE- FREUNDE SINKEN NICHT (Animationsfilm, 5min.)
HFF-Team: Romana Bauer, Sophia Galneder, Leo Semmelmann (Regie, VFX), Elias Pölt (Produktion)
Synopsis: Pelle wartet. Schon immer. Am Ende der Welt steht sein Turm und wartet mit. Denn viel gibt es hier nicht zu tun, inmitten von Meer und Eis und Nichts. Nur einmal im Jahr legt der Wal Ole auf seiner Durchreise bei Pelle eine Pause ein. Doch dieses Jahr entdeckt Pelle keine Spur seines Freundes am Horizont. Heute nicht. Morgen auch nicht. Und nach so langer Wartezeit wird er ungeduldig … mit verheerenden Konsequenzen.
STRUWWELPETER - WER NICHT HÖREN WILL, MUSS FÜHLEN (Spielfilm, 18min.)
HFF-Team: Moritz Schlögell (Regie), Karla Cristóbal (Drehbuch, Produktion), Leander Hartung (Kamera)
Synopsis: Als Eli (16) mit ihrer Mutter Renate (50) zum ersten Mal das Haus der Großmutter betritt, wird schnell klar, warum sie ihre Oma nie kennengelernt hat. Als Eli die verbotene Kellertür öffnet, erfährt sie nicht nur von der grausamen Vergangenheit ihrer Mutter, sondern befreit auch den Struwwelpeter – und mit ihm die Gewalt, die Mutter Renate als Kind angetan wurde: In Gestalt des unerzogenen Kindes, das für immer im Keller hätte bleiben müssen, rächt sich der Struwwelpeter für die Vergangenheit und die Ungerechtigkeit der schwarzen Pädagogik.
to be judged (Dokumentarfilm, 10min.)
HFF-Team: Tabea Schmidt (Drehbuch, Regie, Schnitt), Jani Sellmann (Kamera), Viktoria Schörken, Jordan Walker (Produktion)
Synopsis: „Ich bin halt nicht weiß, cis, und hetero - da hat man in dieser Welt eh schon verloren”. Das sagt Gem. Sie und Naomi nehmen uns mit in die Welt der Münchner Ballroom-Szene. Eine queere Subkultur, voller Gemeinschaft, Zusammenhalt und Wettkampf. Die zwei Transfrauen öffnen sich und erzählen von ihren tagtäglichen Herausforderungen, dem Druck der Bewertung von Außen und ihrem Umgang damit.
VATERLAND oder Ein Bule Namens Yanto (Spielfilm, 24min.)
HFF-Team: Berthold Wahjudi (Regie), Jonas Egert, Sylvain Cruiziat (Produktion)
Synopsis: Die einfühlsame Chronik VATERLAND erzählt eine Geschichte über Geschwisterbeziehungen, Heimat und das Gefühl der Zugehörigkeit zwischen zwei Kulturen. Der junge Deutsch-Indonesier Yanto reist auf der Suche nach seinen Wurzeln nach Indonesien, um dort seine jüngere Schwester zu besuchen. Yanto erwartet er ein ganz normales Wiedersehen – bis ihm klar wird, dass sie sich dort viel müheloser zu Hause fühlt als er selbst es je getan hat. Als Neid und Spannungen zwischen den Geschwistern wachsen, wird Yantos Reise zu einer bittersüßen Auseinandersetzung mit seiner transkulturellen Identität.
ZWEI MINUTEN (Spielfilm, 12min.)
HFF-Team: Yael van Altena (Drehbuch, Regie, Schnitt, Produktion), Natalia Brezwan (Kamera, Produktion), Felix Friedlein (Schnitt)
Synopsis: Routiniert hat Mai (11) das Frühstück gemacht, Kaffee aufgesetzt und Schulbrote geschmiert. Während ihre Mutter nicht aus dem Bett kommt, versucht Mai der kleinen Schwester Louisa (8) einen ganz normalen Morgen zu ermöglichen. Doch die beiden müssen zur Schule gebracht werden und die Zeit wird mal wieder knapp. Unter steigendem Druck schafft Mai es heute nicht mehr, die Erwachsene zu sein. Nun ist es zum ersten Mal an Louisa, diese Rolle zu übernehmen. Von der großen Schwester verraten und ausgeliefert, nimmt sich Louisa tapfer ihrer neuen Aufgabe an – wobei die sonst so starke Verbindung der Schwestern droht, Risse zu bekommen.
CARPE DIEM (Spielfilm, 9min.)
HFF-Team: Anca Miruna Lăzărescu (Regie, Produktion)
Synopsis: Seit Anna Weber der Welt das Carpe-Diem-Abkommen geschenkt hat, herrschen Frieden und Wohlstand auf der Erde. Jeder Mensch weiß auf die Sekunde genau, wie viel Zeit ihm bleibt. Als Annas eigene Uhr abläuft, muss sie erkennen: Ihr Mann David weigert sich, seine restlichen zwei Jahre ohne sie zu leben. Und stellt damit ihr gesamtes Lebenswerk infrage.
Passend zum Film: Masterclass mit Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu
Zwischen Handschrift und Algorithmus – Wie viel KI verträgt ein Film
Donnerstag, 22. Oktober, 15:00–16:00, Central 1
Regisseurin Anca Miruna Lazarescu und AI Artist Carsten Vauth geben ehrliche Einblicke in die Entstehung von CARPE DIEM: Wo überrascht die Maschine, wo bleibt die eigene Handschrift unverzichtbar? Zwischen Pioniergeist im Schneideraum und einem mulmigen Gefühl angesichts der Warnungen vor KI war für Lazarescu klar: Wegschauen ist keine Option. Sie will die Branche mitgestalten, statt nur zuzusehen.
In weiteren Reihen:
TUN UND LASSEN (Dokumentarfilm, 102min.)
HFF-Team: Friedrich Rackwitz (Regie), Carla Muresan (Kamera), Ingo Fliess (Produktion)
Synopsis: Man sieht es diesem Berliner Altbau mit den bunten Graffitis nicht an: Hier, mitten in Neukölln, liegt die Fachklinik F42, in der Menschen versuchen, ein Leben ohne Sucht zu beginnen. Im Mittelpunkt des Films stehen die Rehabilitandinnen, die hier eine besondere Wohngemeinschaft bilden. Das Team der F42 unterstützt sie mit einer einzigartigen Mischung aus Beziehung und Struktur; dafür kommen sie aus ganz Deutschland hierher. Die extreme Nähe zwischen dem Hilfsangebot der Klinik und den Verführungen auf der Straße direkt davor verlangt Anstrengung und Eigenverantwortung – von den Rehabilitandinnen wie von den Betreuenden. TUN & LASSEN erzählt von Rückschlägen, vor allem aber von den kleinen Momenten dazwischen – und von der Entscheidung, die jeden Tag neu ansteht.
FOTOFINISH (Spielfilm, 15min.)
Regie: Sönke Wortmann
Der schwarzweiße Kurzfilm aus dem Jahr 1986 handelt von einem hochverschuldeten Mann namens Jupp. Er hat eine besondere Idee, um mit einem spektakulären Foto viel Geld zu verdienen. Deshalb plant er ein spektakuläres Unglück am Münchner Olympiaturm und wendet er sich an einen Sprengstofftechniker.
Deutschsprachiger Film und Nachwuchs im Mittelpunkt bei den Hofer Filmtagen
Die Internationalen Hofer Filmtage, gegründet 1967, sind eines der bedeutendsten Filmfestivals in Deutschland. Filmemacher wie Maren Ade, Tom Tykwer, Caroline Link, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Werner Herzog sowie Peter Jackson haben hier ihre Premieren gefeiert und von Hof aus die Filmwelt erobert. Damit gelten die Hofer Filmtage als das Festival der Neuentdeckungen.
*Aufgrund einer für die Hochschule bindenden Vorgabe durch die allgemeine Geschäftsordnung für den Freistaat Bayern vom 01.04.2024 dürfen sämtliche Personen- und Funktionsbezeichnungen ausschließlich in der weiblichen und/oder männlichen Form aufgeführt werden. Mehrgeschlechtliche Schreibweisen sind unzulässig. Selbstverständlich sind Personen aller geschlechtlicher Identitäten ausdrücklich mit angesprochen.