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Eine Gruppe junger Männer wollte das größte Bauwerk der Menschheit errichten - eine gigantische Pyramide. Sie sollte ein 800 Meter hohes Grabmal für über eine Milliarde Menschen aller Nationen und Religionen werden, und in Ostdeutschland auf einem Acker stehen. Sommer 2006 in Berlin: Der Schriftsteller Ingo Niermann und der Unternehmer Jens Thiel kommen auf die Idee, ein riesiges Grab in Form einer Pyramide zu errichten, dessen Bau die brachliegende Wirtschaft Ostdeutschlands mit einem Schlag sanieren und ganz Deutschland vor dem Ruin retten könnte. Sie finden die Unterstützung des Schriftstellers Christian Kracht und des Bauingenieurs Heiko Holzberger und gemeinsam tragen die Freunde die Idee in die Welt.Internationale Medien berichten über das Vorhaben, der Architekt Rem Koolhaas beteiligt sich an dem Projekt und über tausend Menschen aus aller Welt wollen sich in dem potentiellen Weltwunder begraben lassen. Und so wächst nicht nur die Idee schneller, als ihre Erfinder es je für möglich gehalten hätten, sondern auch ein Irrgarten aus Traum und Wirklichkeit, Erfolg und Rückschlägen, finanziellen Hoffnungen und Existenzängsten. „Die Grosse Pyramide“ zeigt ein paar Spinner, die in den Sog einer im Spaß entstandenen, riesenhaften Idee gerieten und daraus plötzlich Ernst machten. Die Geschichte eines großen Traumes, der viele Menschen in seinen Bann zog, zu leidenschaftlichen Befürwortern und zu ebenso leidenschaftlichen Gegnern machte, und der am Ende am Kleinmut persönlicher Interessen zerbricht. Wie im Zeitraffer sehen wir Bilder aus Deutschland, Bilder von verlassenen Orten, von hoffnungslos überfüllten Arbeitsamts-Fluren, Friedhöfen, Kanzlerin Angela Merkel bei einer Bundestagsrede über die Lage Deutschlands, architektonische Skizzen, Wirtschaftsdaten, deutsche Landschaften an uns vorbeiziehen. Deutschland Anfang 2007. Die Wirtschaftsprognosen sind gar nicht so schlecht für das kommende Jahr, besser als in den letzten Jahren, das schreiben die Wirtschaftsseiten großer Zeitungen. Trotzdem mag in der deutschen Bevölkerung keine rechte Feierstimmung aufkommen. Im Gegenteil: Viele Menschen, vor allem in den neuen Bundesländern, fühlen sich von der großen Politik vernachlässigt, sehen keine Zukunftsperspektiven für sich und ihre Region. Und nur allzu gerne wird dieses Bild des jammernden Deutschen in der Presse verhandelt. Aber ist es wirklich so, dass sich eine Art lähmender Dämmerzustand über die Deutschen gelegt hat? Was passiert, wenn einmal jemand mit einer großen, genialen Idee in einer dieser strukturschwachen Regionen auftaucht? Jemand, der nicht aus der Politik kommt und mit wirtschaftlichen Versprechungen auf Stimmenfang geht? Jemand, der keine ideologischen oder wirtschaftlichen Interessen hat, sondern nicht mehr als eine Idee, eine Idee, die das Leben der Menschen einer Region für immer verändern kann?
Genau dieses Gedankenspiel ist Grundlage des Buches „Umbauland – Zehn deutsche Visionen“ von Ingo Niermann. Hier geht es um zehn Ideen, die Deutschland retten könnten, Ideen, die nicht viel kosten und von den Menschen selber in Gang gesetzt werden könnten, ganz ohne die große Politik. So ist eine Vision aus „Umbauland“ , ein riesiges Monument des Todes in Ostdeutschland zu errichten. Und Niermann beschließt, diese Idee in die Tat umzusetzen. „Die Freunde der Grossen Pyramide e.V.“ ist ein Verein aus Erfurt zu dessen Mitgliedern der Wirtschaftswissenschaftler Jens Thiel, der Autor Ingo Niermann, der Bauingenieur Heiko Holzberger und der Schriftsteller Christian Kracht gehören. Gemeinsam haben sie ein großes Projekt vor, die Kulturstiftung des Bundes hat ihnen die ersten Schritte ermöglicht. Das größte Gebäude der Welt: Die Große Pyramide. Die Große Pyramide soll potentiell jedem Menschen als Grab dienen. Sie steht Angehörigen aller Nationalitäten und Religionen als ebenso monumentale wie preiswerte Grabstätte zur Verfügung. Stein um Stein wächst sie mit jeder Bestattung und ist als das größte Bauwerk unseres Planeten geplant. Die Errichtung, vor allem aber der Betrieb der Großen Pyramide, soll im strukturschwachen Ostdeutschland ein nachhaltiger Wirtschaftkatalysator ganz neuer Art sein. Millionen Menschen werden jedes Jahr anreisen, so die Prognose, um ihre mögliche Grabstätte zu besichtigen oder an Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. Kirchen und spirituelle Gemeinschaften aus aller Welt sollen sich ansiedeln und einen direkten Blick auf die Pyramide anbieten. Die Beschäftigungseffekte im Dienstleistungssektor könnten enorm sein. So verrückt die Idee auf den ersten Blick klingen mag, so ist sie doch sehr ernst gemeint. Ein Businessplan und eine marktwirtschaftliche Studie werden von Jens Thiel erstellt, die die wirtschaftliche Machbarkeit und die zu erwartenden positiven Veränderungen aufzeigen sollen. Heiko Holzberger, Dozent für Raumplanung an der Bauhausuniversität Weimar, führt mit seinen Studenten eine raumplanerische und eine bautechnische Studie durch, die klärt, wie die Pyramide konstruiert werden muss, welche Bodenvoraussetzungen nötig sind und mit welchen Kosten pro Grabplatz zu rechnen ist. Mit den Ergebnissen als Grundlage wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, an dem unter anderem der Monumentalarchitekt Rem Kohlhaas teilnehmen wird. Die „Freunde der Großen Pyramide“ wollten im Laufe des Jahres 2007 für die Errichtung der Großen Pyramide werben und den Grundstein für ihren Bau legen. Und dann einfach mal anfangen zu bauen.
Filmfestival MAX OPHÜLS PREIS//2010
WIE SCHWER ES IST, DEUTSCHLAND ZU RETTEN
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