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Lehrstuhl Bild, Licht, Raum

Bild Licht Raum beschäftigt sich mit dem Aufbau der Bildelemente und ihrer Wechselwirkung miteinander. Wir unterscheiden statische und dynamische Bildkomposition. Elemente der visuellen Erzählung sind: Charaktere und Objekte in ihrer Stofflichkeit und Beleuchtung sowohl in der räumlichen als auch in der zeitlichen bzw. erzählerischen Anordnung im Filmbild. Das wird gemeinhin als Montage bezeichnet, geht aber in der Bild Licht Raum-Gestaltung tiefer: die Anordnung und Veränderung der Bildelemente durch Kamerabewegungen oder durch die Eigenbewegung derselben im Bild schaffen eine innere Spannung und bedingen eine innere Montage, die allein durch Schnitt in dieser intensiven Form nicht  erzeugt werden kann – die dynamische Bildkomposition.
Wichtigstes dramaturgisches Element: Das authentische Moment. Das ist das, was man (besonders im Dokumentar-)Film anstrebt. Authentizität einzufangen ist aber das Schwierigste, weil sie meist durch die Anwesenheit der Kamera verschwindet. Im Kinofilm kann man den dramaturgischen Verlauf und die Authentizität (im Idealfall) inszenieren, das Authentische Moment einfangen. Beim Dokumentarfilm kann man es nur "injizieren". Licht Bild Raum-Seminare vermitteln den Studierenden Sensibilität, Wege und Anregungen, ihre „Injektions-Fähigkeit“ zu trainieren.


Bild Licht Raum – Welt hinter der Leinwand

Ein Bild setzt sich aus mehreren Elementen zusammen, die nach Kompositions-Gesetzen angeordnet werden und den allgemeinen Gesetzen der Kunst unterliegen. Ein Filmbild ist im Idealfall mehr als in einen Rahmen gepresste Dinghaftigkeit. Vielmehr soll beim Zuschauer der Eindruck entstehen, er würde in eine vom Filmemacher kreierte Welt hineinschauen. Licht und der filmische Raum sind die Voraussetzungen für dieses Erlebnis. Die Begrenzungen der Leinwand sind keine „Bilderrahmen“, sondern werden ein „Fenster“ zu dieser Welt. Damit diese Welt eine Seele bekommt und eine ihr innewohnende Realität, muss dieser Raum hinter der Leinwand eine authentische Kontinuität erhalten.
Bild Licht Raum-Kurse beschäftigen sich mit dem Schaffen dieser Kontinuität und sind für Kamerastudenten gleichermaßen verpflichtend wie für Regie- und Drehbuchstudenten. Ihre Bedeutung gleicht der Harmonielehre in der Musik. Authentizität ist oberstes Ziel.
Eine bloße Bild(er)montage hingegen führt lediglich zu einem oberflächlichen Erlebnis und ähnelt dem zufälligen Blättern in einem Magazin.

Bild Licht Raum – bloßes Bild oder ein Fenster zur Welt – Statement von Professor Peter Zeitlinger

„Für mich gibt es keine Einteilung der Filme in Dokumentar-, Spiel- oder Experimental(Struktur)filme. Für mich unterscheiden sich Filme lediglich im ihnen innewohnenden Anspruch, ob sie zur Bildenden Kunst gehören oder zur Darstellenden Kunst.
In der Bildenden Kunst ist die Leinwand der (Bilder)Rahmen, in dem der Filmschaffende etwas kreiert, das ein intellektuell ästhetisches Entzücken, Abscheu oder Schock beim ‚Betrachter‘ auslöst. Die Anordnung der Bildelemente erfolgt nach Regeln der Kunst oder deren Verneinung. In der Darstellenden Kunst hingegen wird die Illusion einer ‚Wirklichkeit‘ beim ‚Zuschauer‘ erzeugt, der die Welt ‚erlebt‘, die der Filmschaffende kreiert hat. Die Kamera wird dabei zum Instrument, mit dem man Teile aus der Wirklichkeit ‚ausschneidet‘ und sie in einen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang bringt. Das Kamerafenster wird zum Fenster zur Welt anstatt zu einer Fläche, in der Bildelemente den Kunstgesetzen entsprechend angeordnet sind.
Bei meiner Arbeit sind diese Grundprinzipien leitend, und alle gestalterischen Entscheidungen folgen der einen Frage: Was will ich erzählen und wie führe ich die Aufmerksamkeit des Zuschauers dorthin, um die Wirkung zu erzielen, die meine Realität fordert? Daraus ergeben sich automatisch eine Farbgestaltung, ein Rhythmus, eine ‚Bildkomposition‘ – es ergibt sich ein Stil. Die Genres und der Schnitt sind dann lediglich Konventionen des Marketings aber nicht der Gestaltung. Die Montage muss bereits in meiner Aufnahme in der räumlich zeitlichen Anordnung vorweggenommen beziehungsweise impliziert werden.“

Bild Licht Raum – Hör-Ebene-Übungen

Ein narratives Filmwerk setzt sich zusammen aus einer Story sowie Charakteren, die in einem audiovisuellen Raum-Zeit-Kontinuum in Licht getaucht sind. Ein Bild-Hör-Raum vermittelt dem  Zuschauer bzw. Zuhörer das Filmerlebnis.

Der Lehrstuhl Bild Licht Raum befasst sich nicht nur mit diesem Aspekt an sich, sondern vielmehr mit der Wechselwirkung all dieser Komponenten. Also beispielsweise mit der Wirkung mehrerer beleuchteter Bilder in einer Zeitabfolge zusammen mit der wahrgenommenen Ton-Ebene.

In einer Lichtübung beispielsweise werden Gemälde und berühmte Filme szenisch nachempfunden. Die Studierenden werden herangeführt, die komplexen Lichtstimmungen im Zusammenhang mit der Stofflichkeit der Materialien zu studieren und in der praktischen Umsetzung im Studio zu rekonstruieren. So finden sie die Basis für eigene Ideen und Stile.